Das stauchische Heerwesen
Stauchen ist kein eroberungswütiges Land. Natürlich gab es in alter Zeit kleinere Fehden und Lehnsstreitereien, aber wozu seine gut befestigte Welt ins fremde Außenland hin vergrößern, wenn man den eigenen Platz nicht einmal ausfüllen kann? Rissen doch die legendären Drachenkriege tiefe Wunden in einige Teile des Bodens und der Bevölkerung, so dass lange Zeit kein Bedarf nach mehr Fläche bestand. Heute hat sich Stauchen zwar von den Malen der Vergangenheit erholt, ist aber immer noch dürftig besiedelt.
So wächst in Stauchen alles andere als das Heer. Der Kampf dient eher dem ästhetischen Spiel als dem blutigen Ernst auf dem Schlachtfeld. Trotzdem sollte man die kämpfende Elite des Landes nicht unterschätzen, denn ihre Ausbildung ist hart, wollen sie doch Swanhilden und den Faucherbrüdern ihre Ehre durch ihren Mut, ihre Stärke und ihre Geschicklichkeit immer wieder aufs Neue beweisen.
Stauchen hat auf diesem Hintergrund ein wahres Spektakel von Turnierspielen entwickelt, die alle Fähigkeiten des edlen Ritters und der edlen Ritterin auf die Probe stellen. Und auch im Spiel kann dem Verlierer nicht nur seine Ehre, sondern auch sein Lehen abgesprochen werden, verstößt er gegen Kodex oder das ritterliche Maß.
Das stauchische Heer
"Zunächst sey geschrieben, dass Frau wie Mann
ihren edelen Ritterin machen kann."
Mit diesem kleinen Merkreim ist das oberste Heerrecht Swanhildes vor 650 Jahren neu geschrieben worden: Frau und Mann wurde damit das Kampfrecht zugesprochen, und diese Entscheidung prägt heute wie damals Leben und Streben der Staucher im Alltagsleben, wie im Heerwesen.
Den Oberbefehl hat Sirinhilde III. Direkt unterstellt ist ihr die weibliche Garde (ca. 100 Frauen) "Swanhilds Schwerter" genannt, deren Marschallin die Sturmklinge Reginsfars trägt (ein Schwert, das beim Schlag einen großen Windstoß auslösen kann).
Einen weiteren Sonderstatus hat die Leibgarde Krimbart Vierwinds, die in den letzten 50 Jahren enormen Zulauf erlebte. Als konservativer Überwachungsapparat werden die inzwischen 150 Ritter und Krieger im Volksmund als "Krimbarts Klaue" bezeichnet. Pauschal kann man sie als ‚Inquisition' ansehen, an deren Kopf der Graf selbst steht.
Eine kleine Gruppe Krieger und Kriegerinnen (ca. 50) hat sich vor 200 Jahren in einem Orden zusammengeschlossen, der sich selbst als "Drachenkrieger" bezeichnet. Sie sollen exzellente Nah- und vor allem Fernkämpfer sein und ihre AnführerInnen sollen gar einen der Beschützerdrachen reiten können. Sie haben sich schon seit vielen Jahren in das Ringgebirge zurückgezogen und es gibt mehr Legenden als Fakten über sie. Nur das Herrscherhaus soll noch regelmäßig Kontakt zu ihnen pflegen.
Die Heersituation als solche basiert auf dem Vasallen-Lehnsherren-Prinzip, so dass neben den direkten Garden der Grafen und Barone Stauchen im Ernstfall ein Heer von vielleicht 1100 Mann und Frau, Söldner, Ritter, Krieger und Fußtruppen zusammentrommeln könnte.
Und nicht zu vergessen: Es gibt auch noch die Beschützerdrachen ...