Heute ist Stauchen ein blühendes, produktives und sehr lebendiges Land. Die Drachenhüter ruhen seit einigen Jahren, die Pässe sind in beide Richtungen weitgehend frei. Um vor diesem Hintergrund endlich über den Tellerrand des Ringgebirges hinauszuschauen, hat Königin Sirinhilde III. einige ausgewählte Staucher in die weite Welt der Mittellande ausgesandt. Die Mission dieser Gruppe ist es, Kontakt zu anderen Ländern aufzunehmen, Handelsbeziehungen zu knüpfen und Diplomaten anderer Länder nach Stauchen einzuladen. Ausserdem soll soviel Wissen über die Aussenwelt wie möglich zusammengetragen werden - der Dornröschenschlaf Stauchens soll damit nun endlich beendet sein.
Hier nun die Mitglieder der Gruppe, die die Welt bereist:
Die adelige Agathe aus der Provinz Tobrinthien führte seit dem Tod ihres Gatten Herbert, der Grausame, die Baronie Rathelsbeck auch alleine sehr geschickt und umsichtig. Doch noch grösser als die Liebe zu ihrer Heimat ist offensichtlich die Neugier auf ferne Länder und Abenteuer, war sie doch die erste, die dem Aufruf Sirinhildes, das Stauchener Land auf einer diplomatischen Mission zu verlassen, folgte. Da sie in der Vergangenheit schon grosses diplomatisches Geschick im Umgang mit ihren grossteils erzkonservativen Nachbarn im Süden Tobrinthiens bewies, bestimmte Sirinhilde sie als Anführerin der diplomatischen Mission. Nun hat sie schon das ferne Rieneck, Vinland, sowie Kaotien, die Freigrafschaften und einige kleinere Regionen besucht, und ihre Reisen sind noch lange nicht zu Ende.
Der tapfere und ehrenhafte Ritter Gustreff aus dem Erzlehen Herothien schaut auf eine bewegte Vergangenheit zurück. So war er einst in Diensten des Erzdekretors Krimbart Vierwind ein Ritter der Inquisition. Ob er in Ungnade fiel oder einfach nur den Spass an hochnotpeinlichen Befragungen verlor, liegt im selbst herbeigeführten Dunkel seiner Geschichte verborgen. Trotzdem sind sein Mut und seine Loyalität gegenüber dem Königshaus (und auch gegenüber Agathe) unbestritten. Mit seiner Kampferfahrung ist er jedenfalls bei den gefährlichen Reisen durch die Mittellande eine Bereicherung der Gruppe und genau der Richtige, um abzuschätzen, ob vom Militär anderer Länder eine Gefahr für Stauchen ausgeht oder ob sich ein Bündnis der ein oder anderen Art auf die ein oder andere Weise lohnen mag.
Seit Agathes Hochzeit mit Herbert sieht man Salina an Aggas Seite. Trug sie zunächst noch die bunten Gewänder ihrer Bardenzunft, hat sie diese nun, nachdem sie durch die Zofenschule der Baronin gegangen ist, abgelegt, um ihre Herrin in jeder Situation angemessen zur Seite zu stehen. Als Zofe oft durch diverse Neugierigkeiten und ... Instinkte oftmals nur mager ihren Diensten nachkommend, kann sich Agathe ihr jedoch in allen Dingen anvertrauen. Und auch wenn über ihre Herkunft und ihr Tun einige wilde Gerüchte umherirren - so soll sie sich in Kräuter- und Liebesdingen wohl auskennen - kann sich Agga ihrer Loyalität stets sicher sein. Daher sprach man ihr vor kurzem auch den Titel einer Freifrau zu, gab ihr den kleinen Weiler Farnwald zur Verwaltung und erhob sie damit auch offiziell in den Status einer Beraterin der Baronin, den sie seit einiger Zeit schon ohne ständische Entsprechung, aber mit Bewilligung von Herzog Feirefiz und der Baronin von Rathelsbeck ausübte.
Als ehrenhafter Soldat der königlichen Armee dient er in erster Linie dem Schutz des Trupps (und vor allem Agathes) vor Unbill in Form von Räubern, frechen Bauern oder zu hohen Rechnungen. Der aus Melfengrund in Herothien stammende Krieger zeichnet sich durch ungestüme Tapferkeit im Kampf und ungezügelte Trinkfestigkeit aus. Es soll schon vorgekommen sein, dass sich Harne todesmutig in eine grosse Schlacht stürzte und dabei Agathe und Salina in der ...äh... Obhut Theoretikons zurückliess. Den Brudergöttern sei Dank ging aber letztlich alles gut aus.
Ach ja, und da war doch noch diese Bewerbung auf den Posten des Burgvogtes von Veldenz im Lande Dahijor, den er natürlich nur anstrebte, um ihn bei der Rückkehr der rechtmäßigen Vogtin dieser zu übergeben. Böse Zungen behaupten doch glatt, die Staucher hätten hier vor allem diplomatisch-intrigantes Geschick gezeigt. Aber vielleicht will Harne dazu selbst noch einmal Stellung nehmen.
Dieser junge Akademieabgänger ist der Sohn der einflussreichen stauchischen Händlerfamilie Mopper, deren Haupthaus in Hochburg im schönen Galothien zu finden ist. Der Traum seiner Eltern, dass aus ihm ein weithin gerühmter und respektierter Gelehrter werde, wird sich wohl nie erfüllen - Theoretikon ist einfach unbegabt für die praktische Umsetzung der theoretischen Wissenschaften, und - euphemistisch gesagt - faul. Als verzogenes Einzelkind einer reichen Familie hielt er es nie für nötig, mehr als nur das absolute Minimum zu arbeiten - deshalb brachte er es auch nur zu einigen Kenntnissen in Alchemie und Magietheorie. So ist er hauptsächlich unterwegs, um die Chancen auf lukrative Handelsbeziehungen zu evaluieren. Wäre sein Vater nicht ein Vertrauter der Königin (und Hoflieferant - Moppers beliefern Königshaus und Rathelsbeck mit dem köstlichen Faucherblut), ist es fraglich, ob nicht jemand mit grösserer fachlicher Kompetenz auf die Reise geschickt worden wäre.
Der stattliche Freiherr, Troubadour, Tanzmeister und Winzer ist ein recht neuer Begleiter der reisenden Gesandtschaft. Mit Laute, Drehleier und Stimme weiß er ebensogut umzugehen wie mit Schwert, Schild oder den diplomatischen Waffen der Feinrederei. Seine Heimatburg in Wulfnoth zu Mildmond im Erzlehen Galothien verließ er mit Wehmut, ist er doch mit Herz und Seele auch dem Rebentum und Weinanbau verschrieben. Von Abenteuerlust, der Sehnsucht nach der grossen Schlacht und vom Spasse, den man als Troubadour haben kann, angetrieben, bot er der Baronin Agathe seine Begleitung an. Erste Probestücke seines diplomatischen Tuns konnte man derweil auf Veldenz im Lande Dahijor begutachten, wobei er dabei stark von verführerischen Damenaugen abgehalten wurde und so lieber dem Minnedienst erfolgreich fröhnte. Also wird es wohl in naher Zukunft eine Vermählung auf Wulfnoth zu feiern geben, vielleicht gar mit einem Winzerfest?
Agathes zweite Zofe ist Liaze Haselnut aus Tabronith, dem Lehens des Herzogs Feirefiz, die jedoch das ausländische Klima dieser "wilden Länder" hinter dem Ringgebirge nur schwer verträgt. Anders als Salina, weiss und achtet sie stets auf Hof- und Tischetikette. Obwohl sie ihre Pflichten als Zofe wirklich ernst nimmt und diese auch ihren Mitreisenden allzu gerne deutlich macht, sieht man sie häufig nur in den Morgenstunden ihre Dame zum Frühstückstisch begleiten. Ansonsten lugt sie nur selten aus den Ritzen ihres Zimmers oder Zeltes, was den guten Harne sehr freut; kann er doch auf diesem Wege die übrigen Mahlzeiten ohne Belehrungen und Rezitationen aus dem Tugendkatalog einnehmen.
Die Musikantin, die die Toene aller Floeten- und Sackpfeifenarten zu beherrschen scheint,schloss sich dem Trupp um Agathe ebenfalls erst vor einiger Zeit an, erwuchs dann jedoch mit ihrer entwaffnenden Direktheit, die sie in Charme und Witz zu verschnueren weiss, zu einem unentbehrlichen Mitglied der Gesandtschaft. Man sollte auch die Wirkung ihrer Sackpfeifen bei Einzuegen in jegliche Raeumlichkeiten und Burghoefe niemals unterschaetzen. So erzaehlt man sich, dass in Veldenz die Jahrhunderte alten Mauersteine des Haupttores erzitterten, als sie den Schritten der Baronin musikalische Untermalung bot; und in Tavernen sollen selbst Bierkruege trollischen Ausmasses zu ihren Bourres getanzt haben ...
ist ein Gaukler und Musikant, der weit über die Stauchener Grenzen bekannt ist. Schon vor der Öffnung des Landes wusste er um den Weg aus dem Ringgebirge heraus - keiner weiss wie oder woher - so dass man ihn als Lautenspieler, Sänger, Zauberer und Jongleur in den Mittellanden und vor allem im Lande Dahijoor rühmt. Durch einen kleinen unglücklichen ... Zusammenstoss mit einem echten Magier verdunkelte sich zwar für kurze Zeit sein Stern, doch nun scheint die Zeit der leisen Töne wieder vorbei zu sein, seit er sich von Zeit zu Zeit in Aggas Gefolge aufhält.
Der Baumeister Ortinius, der mit wehendem blonden Haarschopf und ästhetischem Gespür für die stille Grösse in jeder ... Ruine die Beschwernisse der Reise auf sich nimmt, um seinem Interesse für ausländische Architektur zu frönen, bzw. die Baukultur anderer Länder ganz im Sinne der stauchischen Baukunst zu missionieren.
Der Schwertknecht Odo, ein ... bodenständiger Kämpe, dessen Kampfesruhm bisher noch nicht weiter reicht als der Gestank seines Kuhlederwamses, ist ebenfalls in der Begleitung der Baronin zu finden. Sein Schwert ist übrigens das einzige, was ihm die Räuberbande gelassen hat, als sie ihm Haus und Hof niederbrannten; und sein Wams ist das einzige, was ihm von seiner letzten Kuh geblieben ist - behauptet er jedenfalls. Mehr als seine Kampfestalente glänzt er und rühmt man ihn jedoch ob seiner Kochkunst, von der sich jeder Gaumen, der etwas von sich hält, früher oder später überzeugen sollte. Einige Auszüge seiner Rezepte, niedergeschrieben von einer schreibfleißigen Zofe im Auftrage der Baronin, finden sich auch auf diesen Blättern, um zumindest den Duft guten Essens wenigstens einmal im eigenen Hause zu atmen.